Alte deutsche Biernamen u.- bezeichnungen

Diese Seite ist nicht nur interessant, sondern auch recht amüsant und lustig. Das fängt schon bei den Biernamen an. Auch die Erklärungen bzgl. der Biernamen-Entstehung sind teilweise originell.

Hier nun die alten Biernamen (meißt aus dem 16. – 18. Jahrhundert), den jeweiligen Städten/ Gebieten zugeordnet. Soweit recherchierbar, ist auch die Entstehungsgeschichte der Biernamen wiedergegeben. Bei denen wo dies nicht der Fall ist, möge der interessierte Leser sich seine eigenen Gedanken machen. Oftmals kann man nämlich aus den Bezeichnungen durchaus seine Rückschlüsse ziehen, jedoch werden diese schließlich nur Vermutungen sein und bleiben.

Wie bei allen unseren Aufzählungen ist auch die der alten Biernamen letztlich nicht vollständig. Wer hierzu noch weitere nennen kann, den bitten wir um Mitteilung.

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Nachstehend nun die alten Biernamen, die wir ausfindig machen konnten:

Schwerin = Kniesenack
„Kniesenack“ ist slawisch und bedeutet Herrenbier. Es war scheinbar ein schweres Weizenbier, von welchem man leicht berauscht wurde.

Bautzen = Klotzmilch
„Klotzmilch“ war ein in Bautzen und Umgebung gebräuchliches Schimpfwort, welches bei Anwendung sogar Gefängnisstrafe eintrug. Da kann man nun über dieses Bier denken was man will, wenn es so betitelt wird.

Frankfurt/Oder = Stäffelin

Frankfurt/Oder = Büffel
Im Übermaß getrunken machte scheinbar den Vorderkopf so schwer wie bei einem stößigen Ochsen.

Gardelegen oder Garleben = Carley
Ein „Magenbier“ rein aus Gerste gebraut, soll auch ein wirksames „Ehestand-Bier“ gewesen sein.

Brandenburg = Alter Claus
Ein sehr starkes Bier das den Leuten schnell in den Kopf stieg und sie schläfrig und energielos machte.

Stendal = Taubentanz

Tangermünde u. Delitsch = Kühschwanz

Rostock = Oehl
Ein hochgelobtes Bier von gleichbleibender Qualität

Wernigerode = Lumpenbier

Dernburg = Störtenkeerl
Stürz den Kerl. Vermutlich machte es (nach Genuss einer gewissen Menge) die Trinker aufsässig und stark, um z. B. einen ungeliebten Landesherrn zu stürzen.

Eisleben = „Krabbel an Dei/die Wand“
Ein starkes aber ungesundes Bier – so überliefert.

Marburg = „Junker“
Einst das Lieblingsbier der Frankfurter Studenten

Osnabrück = „Bruse Puse"
War mit wenig Hopfen gebraut, aber mit desto mehr Waldmyrthe versetzt.
Deshalb vielleicht der Name

Münster = „Koite“
Kommt von dem holländischen Wort „Kuyt“ (= Bier)

Hall = „Puff“
Wer davon zuviel trank, dem gab es einen tüchtigen Puff (Stoß)

Wittenberg = „Kuckuck“
Es machte scheinbar Kopfschmerzen und verursachte Blähungen

Zerbst = „Würze“
Weil das Zerbster Bier einen sehr gewürzhaften Geschmack hatte

Erfurt = „Schlunz“
Das Bier (war beliebt und gut) erhielt seinen Namen davon, weil es die, welche
es unmäßig tranken unverständlich, unsinnig, unvernünftig und unlenksam, also
„schlunzig“ machten. Wie gesagt, es war aber ein gutes Bier, sodass der Gelehrte
und Poet Ludolphus Prigius folgenden Vers darüber machte. „Schlunzius Du schmeckst mir wohl in meinem Muntzius“

Jena I = „Klatsch“
Vielleicht redete man danach zuviel und zu lange

Jena II = „Dorfteufel“

Jena III = „Maulesel“

Jena IV/Cospita = „Menschenfett“
Das Brauwasser soll dort unterirdisch über einen Friedhof gelaufen/geflossen sein.
Das Bier war bei den Jenischen Studenten aber sehr beliebt.

Eisleben = „Mord und Totschlag“
Das sagt wohl alles

Leipzig = „Rastrum“
Von den Studenten so genannt. Wenn man davon zu viel trank, machte es einem ein Rastrum (Hacke, Karst) im Kopf und im Leib.

Colberg = „Black“
Vom englischen „black“ (= schwarz). Das Bier war scheinbar so schwarz wie Tinte.

Wollin = „Bockhänger“ oder „Rachenputzer“
Ein Gebräu, welches gern einen Katzenjammer hinterließ

Friesland = „Brauner Bernhard“
Von dem Bier hieß es, es mache die Gesichtsfarbe braun

Eckernförde = „Cacabulle“
Weil es getrunken guten „Stuhlgang“ macht

Mecklenburg = „Clune“ oder „Pipenstael“ (Pfeifenstiel)

Schweidnitz = „Stier“ (Stähr)

Grimma = „Bauchweh“
Da kann man sich auch einen Reim darauf machen

Litzerode = „Auweh“

Dassel/Braunschweig = „Hund“
Nach Genuss dieses Bieres „knurrte“ es im Leibe

Mölln = „Laucke“

Braunschweig = „Tibi Soli“ (= für Dich allein)
Ein süss schmeckendes und wohl riechendes Braunbier

Danzig = „Wehre Dich“

Königsberg = „Saure Maidt“

Marienburg = „Kelber Zagel“

Graudenz = „Kranker Heinrich"

Dirschau = „Freudenreich“

Mewe = „O Jammer“

Stargart = „Spülekanne“

Mühlhausen = „Krebsjauche“

Frauenburg = „Singewohl"

Wartenburg = „Lachemund“

Lauenburg = „Es wird nicht besser“

Und bei uns wird´s auch nicht besser, weil wir (fast) alles Verwertbare im Bezug auf „Alte Biernamen“, bzw. „Bierbezeichnungen“ aufgelistet haben.

Also schließen wir hier vorerst mal diese Seite, bis wir wieder neues Material diesbezüglich sichten, bzw. mitgeteilt bekommen.