7.) Goslarische Gose

Das Goslarische Bier hat den Namen von einem Flüßlein das durch Goslar
fließt. Als Bier mit dieser Bezeichnung erstmals 1470 erwähnt. (Mehr darüber
im Buch "Biere die Geschichte machten" von W. D. Speckmann).
Das Gose-Bier war nach dem Bier-Papst des 16. Jahrhunderts (Heinrich
Knaust "beider Rechten Doctor") eines der bekanntesten und beliebtesten
Biere überhaupt. Und der mußte es schließlich wissen, bereiste er doch
seinerzeit die Deutschen Lande und probierte die Gebräude, um deren Charakter
zu beschreiben und für die Nachwelt festzuhalten.
Wegen der vermutlich guten Qualität und allgemeinen Beliebtheit, verbreitete
sich das Gose-Brauen rund um Goslar und über das gesamte Harzgebiet, bis hin
nach Leipzig, wo es in den 1980er-Jahren wieder entdeckt wurde.
Ursprünglich war die Gose ein reines, helles Weizenbier (aus sogenanntem
"Luftmalz" gebraut), welches durch "wilde Hefen" (also nicht durch gezielte
Hefegabe) obergärig vergoren wurde. Auch wurde der ursprünglichen "Gose" die
eine oder andere "Zugabe" beim Brauen beigemischt.

Heute ist das Mischungsverhältnis ein anderes, da sich nämlich Weizen- und
Gerstenmalz in etwa die Waage halten (nach Aussage eines bekannten Leipziger
Gose-Brauers), aber gezielt Milchsäurebakterien beim Sud-Prozess zugegeben
werden, die den besonderen Gose-Geschmack ausmachen und das Bier deshalb
verdächtig in die Nähe der "Berliner Weiße" rücken, der ebenfalls Milchsäure zu-
gesetzt wird.

Der in Hausbrauerkreisen bekannte Braumeister "Andreas Wagenführer"
hat sich unabhängig vom jetzigen "Gose-Boom" schon bald dem Gose-Brauen ge-
widmet und verschrieben. Zum Nachbrauen geben wir seine alte Rezeptur "nach
Goslarischer Art" (in etwa) wieder.

Unser Brau-Tipp (für 20 Liter Bier)

Schüttung:
4.000 g helles Weizenmalz (etwas feiner geschrotet)
400 g Pilsner Malz (etwas grober geschrotet)
1 Becher a´ 1 Liter Gerstenspelzen (erleichtert das Abläutern)
30 g Fichtenspitzen (im Mousselin-Säckchen beim Kochen zugeben)

Einmaischen:
bei 55° C (Rast ca. 30 Minuten)
1. Rast: bei 64° C (ca. 30 Minuten)
2. Rast: bei 72° C (ca. 30 - 45 Min.) bis Maische jodnormal ist
Abmaischen: bei 77° C

Hopfenbittere: 20 BE

Gärung: Obergärung